Rote Westernsuppe mit scharfen Klößchen

vegetarische WesternsuppeBeim Nachmittagskaffee hatte Professor Caprese rot verquollene Augen. Ich wusste, er hatte wieder die ganze Nacht Western geschaut. Das liebte er. Oft sah ich ihn noch spät durchs Fenster mit Luigi vor der Flimmerkiste sitzen. Manchmal ballerte und krachte es und der Professor johlte.
»Signor Grün, ich möchte Sie gerne etwas fragen.«
Ich nickte.
»Wie Sie wissen, habe ich schon sehr viele Western gesehen. Man sieht aber nie, was sie essen. Warum ist das so?«
Er hatte recht. Obwohl die Menschen in Western häufig beim Essen zu sehen waren, wurde nie etwas Genaues gezeigt.
»Nun, ich denke, sie aßen rote Bohnensuppe mit Paprika und Zwiebeln. So was.« Das war natürlich nur eine Vermutung.
»Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen morgen Mittag eine Westernsuppe kochen. Was meinen Sie?«
Er war sichtlich begeistert. »Das hört sich gut an.«
Am anderen Tag hatte ich eine Suppe aus Kidneybohnen mit Paprika, scharfer roter Peperoni, roten Zwiebeln und Knoblauch, gewürzt mit Curry, Thymian, Rosenpaprika und frischem Pfeffer gekocht. Als Überraschung hatte ich ein paar scharfe Bulgurklößchen als Einlage gebraten. Darauf war ich ganz besonders stolz, obwohl wahrscheinlich oder ganz sicher nie auch nur ein Westernheld oder Cowboy jemals ein Bulgurklößchen gesehen hatte.
Der Professor löffelte die Suppe und war sichtlich erstaunt. »Sehr pikant, Signore grün. Eine richtige Westernsuppe. Die mag ich. Auch die Klößchen. Ein Knaller.« Er brummte vergnüglich.

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Grüne Bohnen mit Mozzarella und Petersilien-Pesto auf Schwarzbrot

Bohnen mit MozzarellaDie grünen Bohnen liegen auf dem Schwarzbrot und schnattern. Jede von ihnen möchte eine freie Sicht nach vorne haben. Sie sind neugierig. Über ihnen eine dünne Schicht aus Olivenöl mit etwas frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer. Dann folgt wie ein dickes Federbett der Mozzarella. Er wurde gekrönt mit extra zubereitetem Petersilien-Pesto aus Blattpetersilie und gerösteten Mandeln.

»Ist das da vorne Herr Grün?«
»Ja, das ist er.«
»Ich glaube, jetzt fotografiert er uns.«
»Ich bin aufgeregt.«
»Ich auch.«

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Mini-Tarte mit dicken grünen Bohnen auf saurer Sahne, frischem Thymian und Honig

GruenBohnen2»Das ist doch nicht die Bohne wert«, meint eine Redewendung. Dabei sind Bohnen so wertvoll. Mir haben es besonders die dicken grünen Bohnen angetan. Vielleicht weil sich die wertvollen Kerne hinter viel Hülle verstecken. Man muss sie erobern durch: Palen (also aus der Schale befreien), Blanchieren und dem Entfernen der kleinen grünen Goldstücke aus einer weiteren Schale. Aber es lohnt sich.

Ich möchte Ihnen heute eine Mini-Tarte mit dicken Bohnen auf einer Melange aus saurer Sahne, frischem Thymian, Honig und schwarzem Pfeffer vorstellen.

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Gebratener Kürbis mit Pflaumen-Curry-Sauce und grünen Linsen

Hokkaido KürbisUm 11.30 Uhr klingelte das Telefon. »Signore Grün, was machen Sie gerade?«
»Hokkaido.»
»Oh – Sport. Das hätte ich Ihnen gar nicht zu getraut. Und was gibt es zu essen? Wenn ich so unverblümt fragen darf.«
»Hokkaido mit Pflaumen-Sauce und grünen Linsen.«
Ich muss zugeben, ich war etwas wortkarg. Klang unfreundlich. Das wollte ich gar nicht. Aber ich hatte mich am Ofen verbrannt und drei Töpfe waren mir scheppernd auf den Boden gefallen. So einer dieser Tage, an denen ich eigentlich gar nicht kochen sollte.
»Sie sind herzlich eingeladen. Tut mir leid, wenn ich etwas kurz angebunden bin.«
Er kicherte etwas. »Ist okay. Ich bringe Panforte mit und Luigi.« »Ja.«
Ich freute mich. Die Laune stieg. Caprese und Luigi waren immer sehr unterhaltsam.
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Erbsensuppe mit Mascarpone-Bohnenkraut-Nocken

Erbsensuppe Als ich heute vom Markt kam, saß Professor Caprese schon am Tisch. Er las in einer Zeitschrift etwas über einen Küchen-Roboter aus Japan, der Gemüse schälen und mit dem Messer kleine Roboter aus Möhren und Kohlrabi modellieren konnte. Allerdings hatte er sich bei der Pressevorführung in Tokio schon im ersten Durchgang mit dem Messer in die Hand gestochen, sodass seine Hauptsicherung durchbrannte. Caprese war entsetzt. »Das wäre mir mit Luigi nicht passiert.«
Ich hatte heute keine Lust auf Elektroschnickschnack und legte die Tüte mit den Erbsenschoten vor ihn auf den Tisch. »Hier. Können Sie die bitte palen? Heute gibt es Erbsensuppe mit Mascarpone-Bohnenkraut-Nocken.« Da legte er gleich los. Und brummte freudig vor sich hin. Caprese liebt nämlich Erbsen.

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