Altensteiner Klopse

Altensteiner Klöpse»Was sind das für Klöße? Sie schauen gut aus.« Professor Caprese schaute mich neugierig an.
»Das sind Altensteiner Klopse mit Kapernsauce. Möchten Sie wissen, woher sie ihren Namen haben?«
Er nickte.
»Vor vielen Jahren gab es in dem kleinen Dorf Altenstein einen Bürgermeister, der auch Bauunternehmer war. Er hatte große Pläne mit dem Dorf. Er wollte eine moderne Halle in Kloßform bauen und ein Hotel. Für die Touristen. In Altenstein gibt es nämlich eine Burg. Die 290 Bürger von Altenstein wollten das nicht, aber der Bürgermeister hatte sich schon alle Bau-Genehmigungen geben lassen. Das Projekt war nicht mehr aufzuhalten.
Eines Morgens, kurz vor Baubeginn, stand der Bürgermeister auf, schaute aus dem Fenster und erschrak. Alle Häuser und Bürger waren weg. Er rannte im Schlafanzug hinaus auf die Straße. Nichts und niemand war mehr da. Nicht einmal eine Katze. Nur sein Haus stand noch da.
Er setzte sich hin und fing an zu heulen. Da klopfte ihm jemand auf die Schulter. Und er wurde wach. Er hatte alles nur geträumt.
Dieser Traum hatte ihn so beeindruckt, dass er alle Pläne verbrannte und ein Fest im Wirtshaus gab. Da gab es dann Altensteiner Klopse. So war das.« Ich nickte, um die Ernsthaftigkeit der Geschichte zu unterstreichen.
»Nicht schlecht, Signor Grün. Eine gute Geschichte.« Er grinste mich vieldeutig an und nahm sich noch zwei Klopse.
Ob Sie die Altensteiner Klopse auch mal probieren wollen?

PS: Liebe Altensteiner, liebe Leser! Die Geschichte ist natürlich für Professor Caprese erfunden worden. Ich habe Altenstein schon einmal besucht, und es ist ein wunderschönes Dorf mit einem sicherlich ebenso wunderbaren und netten Bürgermeister. Viele Grüße von Herrn Grün

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Vegetarische Klöße alla caprese

vegetarische Klöße alla CapreseMein Nachbar, Herr Caprese, saß mir gegenüber und aß stillschweigend mein neues Kloßgericht mit Parmesansoße.
»Schmeckt es Ihnen, Herr Professor?« Er brummte nur. Zuerst dachte ich, er wäre Arzt. An seinem Klingelschild steht Dr. Caprese. Ich konsultierte ihn einmal, als ich im Winter auf dem Eis ausrutschte und böse auf mein linkes Knie fiel. Aber er ist Professor für Elektrotechnik und entwickelt Roboter. Einmal die Woche kommt er zum Essen. Er ist ein Genießer. Ein Neapolitaner.
Er lehnte sich zurück und betrachtete seinen leeren Teller. Er schwitzte etwas und wischte sich mit einem großen, weißen Taschentuch die Stirn ab. »Fantastico, Signore Grün. Diese Fleischklößchen. Wie heißt das Gericht?« Er lachte.
»Aber es sind vegetarische Klöße, Herr Caprese. Ohne Fleisch.«
Er runzelte die Stirn. »Ohne Fleisch? Wie geht das? Egal. Kann ich noch eine Portion haben, Signore Grün?« Er lächelte mich an und schob den Teller etwas nach vorne. »Gerne.« Ich freute mich über das Kompliment. »Sie heißen übrigens Vegetarische Klöße alla caprese.« Da lachte er laut. Das gefiel ihm.

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Grießklößchen ganz einfach zubereiten

Grießklößchen ganz einfach selber zubereitenHeute möchte ich Ihnen zeigen, wie man Grießklößchen zubereitet. Ich habe das Rezept vor langer Zeit auf Chefkoch.de entdeckt und fand es auf Anhieb so perfekt, dass ich nichts verändert habe. Die Autorin heisst übrigens ragnaroeck – also nicht wirklich. Das ist ihr Nickname. Ich werde den Link geich unten noch einmal einblenden. Ich bedanke mich aber jetzt schon bei ihr: Liebe ragnaroeck – Großes Lob – tolles Rezept.

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Kartoffelklöße mit Marsala-Gemüse

KartoffelklößeHeute wird im Kochlabor gedünstet, abgelöscht, gewürzt, gekugelt, zerbröselt und gehackt.
Beim Kochen nehmen die Dinge ihren Lauf. Die Hitze setzt Aromen frei. Das Kochlabor atmet.
Das Gemüse ringt beim Reduzieren zunehmend um Flüssigkeit und konzentriert sich auf das Wesentliche.
Professor Caprese hat den Duft gerochen. Er erscheint am Nachbarfenster. Ruft was. Später – denn jetzt wird gekocht.
Aber irgendwann an diesem Tag, und das ist sicher, sitzen wir alle zusammen. Essen, genießen und erzählen uns Geschichten.
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Kleine Semmelknödel mit Orangen-Pfeffersauce

Semmelknödel Heute erklärte mir Professor Caprese die Relativitätstheorie am Beispiel zweier Menschen, die beide einen Glaskasten in der Hand halten, in dem sich jeweils ein Gummiball befindet. Die eine Person steht am Bahnhof, die andere in einem vorbeifahrenden Zug. In beiden Kästen springen die Bälle fortwährend von oben nach unten.
»Könnten wir nicht etwas anderes nehmen anstatt Gummibälle? Wie wäre es mit Klößen? Oder Semmelknödeln? Ich kann mir Beispiele mit Gerichten besser merken.« Caprese stimmte zu und begann von vorne.
»Und könnten es Köche sein? Sagen wir, eine Köchin und ein Koch. Die Köchin steht am Bahnhof und der Koch im Zug. Sie heisst Carlotta und er Fritz. Das sind doch schöne Namen.« Auch das schien mir spannender und einprägsamer. Der Professor schnaufte und grummelte etwas auf Italienisch. Stimmte aber zu. »Nicht leicht mit Ihnen, Signore Grün.«
Er erklärte also weiter. Die Theorie hatte aber so keinen Bestand, weil aus meiner Sicht Semmelknödel gar nicht auf und ab springen können, ohne dass sie auseinanderfallen. Eine unschöne Vorstellung. Das teilte ich Caprese auch mit. Dieser gab schließlich verzweifelt auf.
Wir hatten trotzdem ein schönes Mittagessen. Als Vorspeise kredenzte ich kleine Semmelknödel mit einer Orangen-Pfeffersauce. Schließlich bin ich das Caprese und der Physik schuldig.

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