Grünkohlpizza mit italienisch-türkischer Gewürzmischung

Grünkohlpizza

GrünkohlpizzaNormalerweise belege ich Pizza nur mit ausgewählten, klassisch italienischen Zutaten und Grünkohl gehörte bisher nicht dazu. Aber als ich beim Einkauf bemerkte, wie er mich so anblinzelte, da konnte ich nicht widerstehen.
Auf dem Heimweg dachte ich mir eine Gewürzmischung aus, italienisch-türkisch, mit Oregano, Majoran, geriebener Chilischote und Kreuzkümmel. Unbedingt sollten auch Olivenöl dazu, Saure Sahne, würziger Käse und Ricotta. Das würde den Professor verwirren. Was auch später der Fall war. Die Pizzaidee war für Caprese nicht gleich die ganz große Offenbarung, als ich ihm davon erzählte, aber als er die gebackene Pizza sah, strahlte er. Und als er sie kostete, war es ganz vorbei. Freude im Kochlabor:)
Was meinen Sie? Lust auf Grünkohlpizza?
… 

Weiterlesen »

Spaghetti mit leicht scharfer Kürbiscrème und gerösteten Pinienkernen

Spaghetti mit Kürbiscrème»Ich würde Sie gerne einladen. Heute Mittag gibt es Kürbis.« Zuerst hörte man am anderen Ende nichts – dann: »Nein, meinen Kürbis esse ich nicht.« Er lachte.
»Seien Sie nicht albern. Ich habe mir etwas Besonderes ausgedacht. Spaghetti mit leicht scharfer Kürbiscrème. Auch mit Oregano und Majoran.«
»Das ist Frevel. Das wissen Sie, Signor Grün.« Er stöhnte. »Na gut, ich komme. Bin gleich da.«
Später aß er drei Portionen. Plapperte glücklich vor sich hin. »Also, wissen Sie, Signor Grün. Okay, ich mag keinen Kürbis. Aber die Spaghetti, die leichte Chilischärfe, die Gewürze…Na gut, Sie haben gewonnen. Die Kürbiscrème ist einfach gut. Überragend. Wirklich. Kann ich noch eine Portion haben. Könnten Sie das die Tage noch einmal kochen? Ich meine, Kürbis gibt es doch gerade genug. Es ist doch Saison…« Professor Caprese hörte nicht auf. Ich war froh. Ich konnte ihn begeistern.

… 

Weiterlesen »

Selbst gemachte Tagliatelle mit gedünsteten Rosenkohlblättern und einer Zitronen-Kümmel-Sauce

Tagliatelle mit RosenkohlblätternProfessor Caprese brachte mir heute Vormittag Rosenkohl aus seinem Garten vorbei.
»Oh – Rosenkohl mag ich nicht so. Das tut mir leid.«
»Warum? Er schmeckt doch wundervoll.«
Ich kannte Rosenkohl nur mit Kartoffeln und manchmal gab es auch ein paar Mandeln dazu. Das hatte mich geprägt. Ich hatte ihn regelrecht verdrängt. Für mich war er der röhrende Hirsch in der kulinarischen Landschaft.
»So kenne ich sie gar nicht, Signor Grün. Sonst haben Sie doch immer eine famose Idee. Kochen Sie den Rosenkohl doch so, wie sie ihn am liebsten mögen.« Er zwinkerte mir zu. Dann erzählte er mir noch, wie ein berühmter Fußballtrainer eine scheinbar völlig hoffnungslose Mannschaft sehr kreativ und originell neu aufgestellt und damit mit eine Meisterschaft gewonnen hatte. »Er hat sie einfach neu interpretiert.« Caprese lachte und kickte im Kochlabor mit einem imaginären Fußball herum, bis er aus der Puste gekommen war.
Der Professor hatte recht. Warum so schnell aufgeben. Man müsste den Rosenkohl einfach neu aufstellen.
»Kommen Sie heute Abend. Ich habe da so eine Idee.«
Ich sah die ersten Bilder: Tagliatelle mit etwas Kurkuma (ohne Ei und ohne Nudelmaschine zubereitet). Rosenkohlblätter in Butter gedünstet. Dazu eine Zitronen-Kümmel-Sauce. Was meinen Sie? Haben Sie Lust?
… 

Weiterlesen »

Tagliatelle Boschetto mit frittierten Knoblauchscheiben und Chilistücken

vegetarische Tagliatelle BoschettoUm 8.00 Uhr morgens, ich war gerade am frühstücken, stand plötzlich Professor Caprese im Kochlabor.
»Wo kommen Sie her? Sie sehen sehr müde aus.«
Er stand da mit einer Wolldecke unterm Arm und einer Papptüte in der Hand.
»Ich habe auf dem Markt übernachtet. Ich wollte unbedingt der erste sein. Und eine der letzten Sommernächte genießen.« Er lachte und hustete etwas dabei.
Er zog einen riesigen Strauß Blattpetersilie aus der Papptüte.
»Signor Grün, ich wünsche mir so sehr Tagliatelle verde.« Er hustete noch einmal kurz, dann ließ er sich in den Sessel am Fenster fallen und schlief sofort ein.
Ich deckte ihn mit seiner Decke zu, las noch etwas in den Aufzeichnungen von Michel Roux, den ich sehr schätze, dann bereitete ich die Tagliatelle zu. Und eine Idee für die Sauce hatte ich auch schon.
… 

Weiterlesen »

Penne Rigate Lucinda

Penne Rigate LucindaGegen Mittag klingelte es an der Tür. Es war Professor Caprese. Er stand da mit einem Hut auf dem Kopf und einem Koffer in der Hand. Merkwürdigerweise hatte er einen dicken Pullover an.
»Was ist los? Wo wollen Sie hin?« fragte ich erstaunt, hatte aber schon so eine Ahnung.
»Ich muss weg. Ich fahre mit Lucinda nach Apulien. Der Sommer in Hamburg. Sie wissen schon.« Er schaute mich fragend an, als wolle er meine Erlaubnis.
Lucinda war sein Wagen. Ein uralter, klappriger Renault, an dem er sehr hing.
»Kommen Sie doch zuerst einmal herein. Es eilt ja nicht.« Ich versuchte Zeit zu gewinnen. Ein Sommer ohne Caprese war ein Verlust. Ich konnte ihn ja gut verstehen. Seit Tagen nur Regen. Es war recht kühl.
»Möchten Sie noch einen Teller Pasta, bevor Sie abreisen? Penne Rigate mit frischem Basilikum und Knoblauch. Steht gerade auf dem Herd.«
Er setzte seinen Hut ab und schnaufte. Ich servierte ihm die Pasta.
Danach tranken wir schwarzen Kaffee. Aßen ein Stück Mandelkuchen. Er erzählte von seinem Cousin Fido, der in Apulien wohnte und ihn eingeladen hatte. Später schlief er ein. Saß da, im Sessel mit seinem dicken Pullover.
Ich musste mir etwas einfallen lassen. Neue Gerichte. Auf keinen Fall durfte er nach Italien. Italien. Ach. Sonne. Vielleicht sollte ich auch…
… 

Weiterlesen »