Wirsingtarte mit Walnussstückchen

Wirsingtarte»Lieber Signore Grün, ich kann heute nicht kommen. Bin krank. Ihr Prof. Caprese«, stand mit fast unleserlicher Handschrift auf dem Zettel, den mir Luigi gegeben hatte. »Was fehlt ihm denn?«, fragte ich den kleinen Roboter. Der zuckte nur die Schultern und rollte die Augen.
Ich backte eine Wirsingtarte und eilte zum Haus des Professors. Er lag auf der Couch, eingewickelt in eine dicke Decke und einem Fieberthermometer im Mund. Außerdem hatte er eine alte russische Fellmütze auf. Ich kannte diese dramatische Art des Professors schon und wusste, dass es nichts Ernstes sein konnte.
Wie sich herausstellte, hatte er Angst, keine Ideen mehr zu haben, was zu einer hypochondrischen Überreaktion führte.
Ich beruhigte ihn. »Diese Wirsingtarte und ein Glas Sancerre werden die Krankheit schnell in ihre Schranken verweisen.«
Er nickte. Zuerst aß er nur zögerlich und mit sichtlicher Anstrengung. Dann ging alles hopplahopp und im Nu waren vier Tartestücke verspeist.
»Ha – jetzt geht es mir wieder gut.« Die Fellmütze flog in die Ecke und er sprang auf.
Na ja, was soll ich sagen. Zwei Tage arbeitete er durch. So eine kleine Tarte kann Wunder bewirken.

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Vegetarische Quiche

vegetarische quicheUm 11.00 Uhr klingelte im Kochlabor das Telefon.
»Guten Tag. Signor Grün, wie wir wissen, betreiben Sie ein Kochlabor. Bereiten Sie auch manchmal eine Quiche zu? Also eine mit einem wundervollen Mürbeteig? Mit einer einfachen Füllung aus Saurer Sahne, frischem Schnittlauch, geriebenem Käse und…«
Der Professor hatte seine Stimme verstellt. Er imitierte einen französischen Akzent. Ich erkannte ihn aber trotzdem.
»Ja, das tue ich. Kommen Sie doch in einer Stunde vorbei, dann werde ich eine zubereitet haben.«
»Ja, gut«, hörte man es auf der anderen Seite. Noch ein Räuspern, dann wurde aufgelegt.
Ich las noch eine Weile in der Zeitung, dann fing ich an mit der Zubereitung unserer geliebten Quiche.

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Mini-Tarte mit dicken grünen Bohnen auf saurer Sahne, frischem Thymian und Honig

GruenBohnen2»Das ist doch nicht die Bohne wert«, meint eine Redewendung. Dabei sind Bohnen so wertvoll. Mir haben es besonders die dicken grünen Bohnen angetan. Vielleicht weil sich die wertvollen Kerne hinter viel Hülle verstecken. Man muss sie erobern durch: Palen (also aus der Schale befreien), Blanchieren und dem Entfernen der kleinen grünen Goldstücke aus einer weiteren Schale. Aber es lohnt sich.

Ich möchte Ihnen heute eine Mini-Tarte mit dicken Bohnen auf einer Melange aus saurer Sahne, frischem Thymian, Honig und schwarzem Pfeffer vorstellen.

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Herr Grüns Minz-Erdbeer-Tarte

ErdbeertarteIch stand im Kochlabor und hatte beste Laune. Die Sonne schien. Das Wetter sehr sommerlich. Ich bereitete eine Minz-Erdbeer-Tarte vor, da spürte ich einen Blick in meinem Rücken. Ich drehte mich um und sah in zwei riesige Augen. Sie steckten auf einem Kunststoffgerüst, das mit einer Antenne und einem sich schnell drehenden Propeller versehen waren. Eine Art Flugobjekt. »Guten Tag, Signore Grün. Was machen Sie denn da?«, krächzte es aus der Maschine. Es war die Stimme von Professor Caprese.
»Professor, stecken Sie in diesem Flugdings?« Ich hörte ihn lachen.
»Nein. Ich sitze gegenüber auf meinem Dach. Das ist eine ferngesteuerte Untertasse.«
»Sie haben mir einen Schrecken eingejagt.«
»Sie backen Kuchen. Stimmt’s? Soll ich kommen?«
»Nur, wenn Sie mir versprechen, dass Sie dieses Monster in Ihren Keller verbannen.« Pause. Dann krächzte es wieder »Ja. Ist okay. Darf ich dann kommen?«
»Ja, das dürfen Sie.«
Ich hörte, wie die Maschine sich räusperte. Dann drehte sie sich um und rauschte surrend davon.

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Pflaumentarte mit Schoko- und Mascarponecrème

PflaumenkuchenAn manchen Tagen besucht mich Luigi. Er sitzt dann meistens am Fenster und schaut hinaus. Was er genau beobachtet, kann ich nicht erkennen. In dieser Woche war es nun der dritte Tag hintereinander, dass er zwei drei Stunden im Kochlabor verbrachte. Er hört neuerdings auch italienische Popmusik aus seinem kleinen Lautsprecher. Seine Lämpchen bewegen sich zum Rhythmus. Etwas surrt fast unhörbar. Es stört mich nicht. Ich rätselte, warum er nun häufiger kam. Schließlich rief ich Professor Caprese an, um zu erfragen, was das Geheimnis des kleinen Roboters war.
»Er mag Sie. Und er liebt Ihre Kuchen. Er hat sie alle fotografiert und schaut sie sich manchmal an. Wussten Sie das nicht? Wenn Sie ihm eine Freude machen wollen, dann backen Sie ihm einen Kuchen.«
Mir war schon klar, dass Luigi den Kuchen nicht essen konnte. Aber das war ihm wohl auch selber nicht wichtig. Ich hatte Pflaumen, Schokolade und Mascarpone da. Daraus ließ sich was machen.
Ich backte einen Tarteboden und bereitete eine Schokocrème zu. Darauf legte ich frische Pflaumen. Obenauf eine dicke Wolke aus Mascarpone und Schlagsahne.
Luigi schaute immer mal herüber. Die Lämpchen drehten sich wie verrückt. Als der Kuchen fertig war, kam er ganz nah heran. Die Kamera fuhr aus seinem Kopf heraus und fotografierte die Tarte von allen Seiten. Dann verschwand er wackelnd. Ich glaube, er mochte ihn. Wie ist es mit Ihnen? Haben Sie Lust auf eine Pflaumentarte?

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