Herr Grüns vegetarische Pide

vegetarische PideHeute hatte ich solche Lust Türkisch zu kochen. Ich wollte zum ersten Mal Pide zubereiten.
Professor Caprese saß um 12.00 Uhr am Tisch und war ganz hippelig. Er liebt die Türkische Küche.
Mit Wonne und zu meinem Erstaunen aß er zwei Pide, die doch relativ groß waren, und brummte.
»Woher kommt eigentlich die eigenwillige Form der Pide?« fragte er mich neugierig.
»Also, einer Sage nach war das so…« Ich erzählte Caprese eine Geschichte von einer kleinen türkischen Stadt im Mittelalter, die einer langen Belagerung standhielt, aber fast nichts mehr zu essen hatte. Die Stadt lag an einem Fluss. Im Innern der Sadt existierte ein Geheimgang, der zu dem Fluss führte. Von dort aus wollte man gerne Hilfe holen. Die Feinde hatten aber alle Boote zerstört. Schließlich hatte ein Bäcker eine Idee. Er backte ein kleines Boot aus Teig und bestrich es mit einer Mischung aus Wasser und noch einer geheimen Zutat, sodass es wasserfest war. Dann trug er es durch den Geheimgang zum Fluss und fuhr los. Schon nach drei Tagen kam er zurück mit Unterstützung und die Belagerer konnten in die Flucht geschlagen werden.
Die Stadt feierte ein großes Fest und zu Ehren des Bäckers wurden Fladenbote (Pide) gebacken, die eine Bootsform hatten.
Der Professor war ganz angetan von der Geschichte. Natürlich war sie frei erfunden. Aber egal. Was denken Sie? Haben Sie Lust auf Pide?

Die vegetarischen Pide wurden freundlicherweise gesponsert vom fabelhaften Team Bleywaren – ein Traditionsunternehmen seit 1827, dessen Produkte ich selber verwende, und die ich sehr schätze.

 

Zutaten (für 2 Pide – je ca. 30 x 12 cm)

Für den Teig
250 g Mehl
15 g frische Hefe
160 ml handwarmes Wasser
1 Prise Zucker
½ TL Salz
Für die Gewürzmischung
3 TL Kreuzkümmel
1 ½ TL Korianderkörner
1 Msp. scharfen Cayennepfeffer
Für die weiße Sauce am Rand
5 g Blattpetersilie
1 Knoblauchzehe
150 g Schmand
2 TL Gewürzmischung
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Salz

Belag

1 mittelgroße Zwiebel
1 Knoblauchzehe
5 EL Olivenöl
250 g Tomatenstücke (bei mir aus der Dose und von Alnatura)
Rest der Gewürzmischung bis auf ½ TL für das Darüberstreuen, wenn die Pide fertig sind15 g frische rote Peperoni
10 g Blattpetersilie
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Salz

Für die Dekoration

1 rote Peperonischote
1 grüne Peperonischote
etwas Blattpetersilie
1 kleine rote Zwiebel

Zubereitung

Teig

Geben Sie das Mehl und das Salz in eine Schüssel. Bilden Sie eine kleine Kuhle in der Mitte. Geben Sie die zerbröckelte Hefe in die Kuhle und gießen Sie 50 ml handwarmes Wasser darüber. Geben Sie eine Prise Zucker darüber. Rühren Sie den Kuhleninhalt etwas um. Nun wischen Sie das Mehl über die Kuhle, sodass die Hefe und das Wasser zugedeckt sind. Lassen Sie diese Mischung circa 10 Minuten gehen. Dann etwas mit einem Löffel vermischen. Danach vermengen Sie die Mischung vorsichtig mit der Hand und geben immer mal von dem handwarmen Wasser hinzu. Verkneten Sie den Teig zu einem Kloß. Ist er zu feucht, etwas Mehl hinzugeben. Ist er zu trocken, einen Tick Wasser. Lassen Sie den Teig abgedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen.

Gewürzmischung

Zermahlen oder mörsern Sie den Kreuzkümmel und die Korianderkörner fein. Geben Sie den Cayennepfeffer dazu und vermischen Sie alles gut.

Weiße Sauce am Rand

Blattpetersilie grob hacken.
Die Knoblauchzehe in kleine Würfelchen schneiden.
Vermischen Sie 150 g Schmand mit 2 TL der Gewürzmischung, die Sie gerade hergestellt haben, den Knoblauwürfeln sowie der Blattpetersilie. Schmecken Sie das Ganze mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und Salz ab. Dann stellen Sie die Sauce in den Kühlschrank, wo sie gut durchziehen kann.

Belag

Die Zwiebel in Würfel schneiden.
Die Knoblauchzehe in kleine Würfelchen schneiden.
4 El Olivenöl in eine gut erhitzte Pfanne geben. Die Zwiebelstücke darin glasig andünsten. Dann kurz die Knoblauchstücke mit andünsten. Die Tomatenstücke dazugeben, die grob gehackte rote Peperoni sowie die Gewürzmischung (bis auf ½ TL – bitte zur Seeite stellen für die Dekoration). Das Ganze 3 bis 4 Minuten etwas köcheln lassen. Dann die grob gehackte Blattpetersilie dazugeben. Kurz mitköcheln lassen. Dann die Pfanne vom Herd nehmen, 1 EL Olivenöl zur Sauce geben, kurz umrühren und mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und Salz abschmecken, wieder kurz umrühren und mit einem Deckel abdecken.

Zurück zum Teig

Den Ofen auf 220 Grad (Umluft) vorheizen.
Kneten Sie den Teig noch einmal gut durch. Teilen Sie ihn in zwei Hälften und walken Sie beide zu ovalen Teigfladen (ca. 30 X 17 cm – siehe Foto).
Klappen Sie die Ränder um und drücken Sie die Spitzen aneinander (siehe Foto).
Legen Sie die Teiglinge auf ein Blech mit Backpapier und streuen Sie eventuell noch etwas Mehl über die Ränder. Das habe ich so gemacht, weil es toll ausschaut später:)
Nun bestreichen Sie sie mit dem roten Belag und schieben Sie die Pide für ca. 10 Minuten auf die mittlere Schiene.

Finish

Die Pide am äußeren Rand mit der weißen Sauce bestreichen (siehe Foto).
Dann noch etwas mit Peperonistücken, gehackter Blattpetersilie und roten Zwiebelringen dekorieren und etwas von der Gewürzmischung darüberstreuen. Zum Schluss das Ganze etwas mit Olivenöl beträufeln.

Gutes Gelingen und viel Freude mit den Pide

Herr Grün


Kommentare

  1. Guterune meint

    Guten Morgen Herr Grün,
    per Zufall bin ich auf Ihre Seite gestoßen und mndestens eine halbe Stunde hier hängen geblieben. Dabei bin ich weder Vegetarier noch Veganer. Koche aber gerne oft ohne Fleisch.
    Ihre kreativen Ideen gefallen mir ausgesprochen gut. Ich werde öfters hier verweilen.

    Viele Grüße
    Guterune

  2. Andrea meint

    Hallo Herr Grün, das ist ja mal wieder ein verführerisches Gericht, das direkt zum Nachkochen einlädt. Vielen Dank für das Rezept und die schöne Geschichte drumherum. Sonntägliche Grüße ins Kochlabor von Andrea

  3. serdar meint

    Wow!!! Da ich auch türkischer Herkunft bin und weiß wie Pide aussehen sollte, kann ich Ihnen nur WOW sagen!!!! Sieht erste klasse aus und ich bin fest davon überzeugt, dass es auch genau so schmeckt!

    LG aus Hamburg

  4. Sandra meint

    Nach den Linsenbällchen schon das zweite Rezept, was ich von Ihnen nachkoche (und was meinen fleischliebenden Mann überzeugt). Herzlichen Dank, ich freue mich auf weitere tolle Rezepte!

  5. Heike meint

    Lieber Herr Grün,
    es ist immer wieder schön, auf Ihrer Seite zu schmökern und anschl. eines Ihrer leckeren Rezepte nachzukochen.
    Herzlichen Dank dafür!
    Heike

  6. FlavorZ-Queen meint

    Habe noch eine Paprika reingehauen, mich aber ansonsten ans Rezept gehalten. Tolle Aromen und steht der Variante mit Tatar, die ich sonst immer mache, in nichts nach!

  7. Bernhard König meint

    Moin Herr Grün,
    nun – bin kein talentierter Koch und meine Küche gleich wohl auch eher einem Labor….ich habe es hinbekommen! Vanillepuddingkuchen ist im Ofen und die Pide warten davor…
    Danke.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernhard

  8. Sarah meint

    Sehr sehr lecker. Haben es gerade nachgekocht. Dazu ein grüner Salat. Gleicht sich gut aus mit der frischen Schmandsoße und der etwas schärferen Tomatensoße.

  9. Kirstin Mayer meint

    Hallo Herr Grün,
    Ich bin immer mal auf der Suche nach vegtarischen Rezepten um meinen Fleisch liebenden Mann davon zu überzeugen, dass es ohne Fleisch auch super lecker ist.
    Mit diesem Pide wird er nichts vermissen 🙂

    Grüße aus dem Markgräflerland
    Kirstin

  10. Kirstin Mayer meint

    Hallo Herr Grün,

    ich bin auf der Suche nach leckeren vegetarischen Rezepten über sie gestolpert. Mein Fleisch liebender Mann findet durch solche Rezepte wie dem Pide auch mal “nur” Gemüse lecker. Danke 🙂

    Grüße aus dem Markgräflerland

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