Salzgebäck: Orangen-Anis Grissini, Fischlis und Hafercracker mit Thymian

Salzgebäck selber backenHeute kamen die ersten Silvester-Gäste von Professor Caprese aus Italien an. Seine Nichte Marcella, ihr Freund Alessandro, Ricarda (die übrigens die Inhaberin einer berühmten Pizzeria in der Nähe von Orvieto ist – davon werde ich später noch berichten) und Capreses Cousin Luca, der eine unglaubliche Ähnlichkeit mit Silvio Dante von den Sopranos besitzt. Zudem hat er eine riesige Narbe im Gesicht, trägt immer einen Hut (auch beim Essen) und arbeitet, so hatte ich es verstanden, im Abfallgeschäft. Ich traute mich gar nicht weiter nachzufragen.
Mittags bauten sie gemeinsam mit Luigi, dem kleinen Roboter, einen Schneemann. Danach waren sie zum Nachmittagskaffee ins Kochlabor eingeladen. Mein italienischer Orangen-Nusskuchen schien sie sichtlich zu beeindrucken.
»Sind Ihre Vorfahren vielleicht aus Italien?«, fragte Cousin Luca nach. Ich verneinte. Erzählte ihm aber, dass ich Italien, die italienische Küche und natürlich die Italiener schon sehr mochte. Da umarmte er mich spontan und klopfte mir immer wieder auf die Schulter. Das kannte ich ja von Caprese. Später erzählte mir der Professor, dass Luca ein Spielzeughersteller ist. »Signore Grün, wissen Sie, das mit der Abfallwirtschaft … Luca macht gerne Scherze und hat wahrscheinlich gemerkt, was Sie über ihn denken.« Er lachte verschmitzt.

Ach, sehr sympathische und unterhaltsame Gäste. Ich freute mich jetzt noch mehr auf Silvester und bereitete in meiner Begeisterung noch etwas Salzgebäck vor: Orangen-Anis Grissini, Fischlis und Thymian-Hafercracker. Die können Sie auch backen. Das ist ganz einfach. Na, haben Sie Lust?

Orangen-Anis Grissini und Fischlis

Zutaten

Anmerkung: Für die Grissini und die Fischlis habe ich einen Grundteig hergestellt.

Zutaten für den Grundteig

250 g Mehl

10 g frische Hefe

1 TL Salz

50 g frischer, fein geriebener mittelalter Gouda (oder ähnlich) hergestellt mit mikrobiellem Lab (mit tierischem Lab wäre streng genommen nämlich nicht vegetarisch).

150 ml handwarmes Wasser

Zubereitung Grundteig

Geben Sie das Mehl und das Salz in eine Schüssel. Bilden Sie eine kleine Kuhle in der Mitte. Geben Sie die zerbröckelte Hefe in die Kuhle und gießen Sie 50 ml Wasser darüber. Nun wischen Sie das Mehl über die Kuhle, so dass die Hefe und das Wasser zugedeckt sind. Lassen Sie diese Mischung circa 15 Minuten gehen. Dann etwas mit einem Löffel vermischen. Geben Sie die 50 g fein geriebenen Parmesan dazu. Danach vermengen Sie die Mischung von Hand und geben Sie immer mal Wasser hinzu. Verkneten Sie den Teig. Geben Sie noch 1 EL Olivenöl hinzu. Wieder verkneten. Der Teig sollte schön glänzend und weich sein – aber nicht zu ölig und auch nicht zu trocken. Ist er zu trocken, etwas Wasser hinzugeben. Ist er zu feucht, Mehl dazugeben. Nun nehmen Sie den Teig aus der Schüssel und kneten ihn noch einmal von Hand einige Minuten auf einer gut bemehlten Fläche. Anschließend zugedeckt für eine Stunde gehen lassen. Der Teig sollte sich in dieser Zeit ungefähr verdoppeln.

Anmerkung: Nun haben Sie den Grundteig für die Grissini und die Fischlis. Kneten Sie den Teig noch einmal für eine Minute. Dann teilen Sie ihn.

Orangen-Anis Grissini

Zusätzlich Zutaten

2 EL fein geriebene Orangenschale

1 TL feingeriebene Anissamen (am besten frisch mit dem Mörser)

Geben Sie zu der Teighälfte für die Grissini 2 EL geriebene Orangenschale und 1 TL feingeriebene Anissamen. Verkneten Sie den Teig gut. Drücken Sie ihn etwas flach und geben Sie in die Mitte 1 TL Olivenöl. Wieder verkneten.

Nun walken Sie den Teig aus, so dass er eine Breite von circa 20 Zentimetern und eine Höhe von circa 3 bis 4 Millimetern hat. Schneiden Sie ihn auf der Breite in 1 bis 1,5 Zentimeter breite Streifen. Dann teilen Sie ihn in der Länge noch einmal von unten nach oben. So erhalten Sie 10 Zentimeter lange, bandnudelartige Streifen. Drehen Sie jeden dieser Streifen auf einer bemehlten Fläche zu einer Art Nudel:).

Legen Sie diese Teignudeln auf ein Backblech mit Backpapier. Das Ganze kommt bei 200 ° (Umluft) für circa 10 bis 12 Minuten in den Herd. Drehen Sie bitte nach 5 Minuten den Herd auf 180 ° herunter. So wurden sie bei mir knusprig und hatten dennoch eine ausreichende Backzeit. Wie Sie wissen: Jeder Herd ist anders. Gehen Sie nach Ihrer Erfahrung. Auf jeden Fall sollten die Grissini farblich so ausschauen, wie auf dem Herr Grün Foto.

Bewahren Sie die Grissini in einer trockenen Dose auf. So halten sich mehrere Tage.

Zubereitung Fischlis

Den Teil des Grundteigs, der für die Fischlis vorgesehen ist, noch einmal kurz durchkneten, dann etwas plattdrücken und in die Mitte 1 EL Olivenöl geben. Wieder verkneten.
Nun den Teig auf einer bemehlten Fläche auswalken. Er sollte eine Höhe von circa 4 Millimetern haben. Ich hatte leider keine Fisch-Ausstechform gefunden. Später war ich froh darüber. So konnte ich unterschiedliche Fischgrößen ausschneiden und zwar mit einem spitzen Gemüsemesser. Das macht Spaß. Probieren Sie es aus. Es ist sehr einfach. Nehmen Sie dazu eine Unterlage, die zerkratzt werden darf.

Nun legen Sie die Fischlis auf ein Backblech mit Backpapier. Das Ganze kommt bei 200 ° (Umluft) für circa 10 Minuten in den Herd. Drehen Sie bitte nach 5 Minuten den Herd auf 180 ° herunter. So wurden sie bei mir knusprig und hatten dennoch eine ausreichende Backzeit. Wie ich schon erwähnte: Jeder Herd ist anders. Gehen Sie nach Ihrer Erfahrung. Auf jeden Fall sollten die Fischlis farblich so ausschauen, wie auf dem Herr Grün Foto.

Bewahren Sie die Fischlis in einer trockenen Dose auf. So halten sich mehrere Tage.

 

Hafercracker mit Thymian

Zutaten

140 g mittelfeines Hafermehl

150 g Weizenmehl

100 g kalte Butter

1 EL Rohrohrzucker

2 EL frischer Thymian

1 EL Weißweinessig

1 TL Salz

½ TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Die beiden Mehlsorten, Rohrohrzucker, Thymian, Pfeffer, Salz miteinander in einer Schüssel vermischen. Dann die in Würfel geschnittene Butter dazugeben und alles gut miteinander verkneten. Nun noch den Essig dazugeben. Den Teig nochmals gut verkneten. Sollte der Teigkloß zu feucht sein, geben Sie ruhig noch etwas Weizenmehl hinzu. Wickeln Sie ihn in Folie ein und legen Sie ihn für eine halbe Stunde in den Kühlschrank oder lagern Sie ihn kühl:)

Walken Sie den Teig nach der Ruhezeit auf einer gut bemehlten Fläche aus. Tipp: Es geht noch besser, wenn Sie den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie walken. So lassen sich die Kekse später auch besser lösen.  Die Cracker sollten eine Höhe von circa 4 Millimetern haben. Stechen Sie ihn nun mit einer gewellten Ausstechform aus (4,5 x 4,5 Zentimeter). Sie können die Cracker auch mit einem gewellten Nudelrad ausstechen – mit der Ausstechform werden sie allerdings schöner. Fast vergessen: Noch ein paar kleine Vertiefungen (nur leicht – nicht durchstechen) mit der Gabel in die Cracker drücken (wie auf dem Herr Grün Foto).

Backen Sie nun die Cracker bei 170 ° (Umluft) im vorgeheizten Herd auf mittlerer Schiene für circa 10 bis12 Minuten. Die Cracker sind gut, wenn Sie so ausschauen wie auf dem Herr Grün Foto.

Bewahren Sie die Cracker in einer trockenen Dose auf. So halten sich mehrere Tage.

 

Gutes Gelingen!

Viele Grüße von Herrn Grün

Kommentare

  1. Das Mädel vom Land meint

    Das stell ich mir super vor – in einer ganz altmodischen, möglicherweise sogar grün oder gelb gefärbten Kristallschüssel mit drei “Abteilen” 😉 Schöne Rezepte!

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