Terrassenkekse mit Lemon curd – Terrazza di Limoni

Terrassenkekse mit Lemon curdAch – das war eine schöne Weihnachtsfeier dieses Jahr im Kochlabor. Alle waren gekommen: Frau Plötzenhoff, Herr Josele, Professor Caprese und auch Luigi.
Ich hatte natürlich gekocht. Was, verrate ich noch nicht, weil es mein diesjähriges Weihnachtsmenü werden soll.
Nach dem Essen haben wir »Stimmt’s?« gespielt. Kennen Sie es? Jeder erzählt eine Geschichte und die anderen müssen raten, ob sie wahr ist oder nicht.
Natürlich warteten alle gespannt, bis Professor Caprese an die Reihe kam. Er konnte flunkern, dass sich die Balken biegen. Er hatte aber auch schon viel Verrücktes erlebt. So wusste man nie, ob eine Geschichte der Wahrheit entsprach oder nicht.
Er erzählte von einem italienischen Dorf in der Nähe von Orvieto, in dem im Winter, kurz vor Weihnachten, ein Laster voller Zitronen einen Hang hochfuhr und ins Schlingern geriet. Die die hintere Klappe löste sich und alle Zitronen, wirklich alle, purzelten heraus und kullerten hinunter bis in die Dorfmitte. Dort lagen sie nun. Die Zitronen waren eigentlich für eine Zitronatfabrik in der Nähe bestimmt. Es war so kalt, dass jeder wusste, dass die Zitronen gefrieren würden. Also entschied das Unternehmen, die Zitronen unter den Dorfbewohnern aufzuteilen. Unter der Bedingung, dass diese etwas aus den Früchten zubereiteten. Ein Wettbewerb also. Der Sieger sollte eine Reise nach Neapel gewinnen.
Die Dorfbewohner waren begeistert und dachten sich allerlei Gerichte, Marmeladen und Kuchen aus. Am Tag der Präsentation herrschte große Aufregung. Die Jury des Unternehmens musste nicht lange überlegen. Unter all den kreativen Gerichten war das der zwölfjährigen Marcella das Beste: Terrazza di Limoni – Terrassenplätzchen mit Zitronencrème.
Die Geschichte stand später in allen Zeitungen. Heute sind die Terrazza di Limoni eine Spezialität der Region. Marcella führt eine gut gehende Pasticceria. Die Menschen kommen von weit her, um die berühmten Terrassenplätzchen bei ihr zu kaufen.
Als Professor Caprese mit der Geschichte schloss, war es zuerst ganz still, dann applaudierten wir und gratulierten ihm. Ob sich wirklich alles genau so zugetragen hat, war uns in diesem Moment egal.

Was denken Sie? Stimmt die Geschichte?

Ich habe die Terrazza di Limoni nach der Beschreibung von Professor Caprese nachgebacken. Nachfolgend das Rezept.

 

Zutaten für circa 15 Kekse

200 g Mehl
60 g Zucker
120 g Butter
Abrieb einer BIO-Zitrone
1 Portion Lemon curd ohne Ei (wie er gemacht wird, erkläre ich hier)
Puderzucker


Zubereitung

Anmerkung: Sie benötigen drei unterschiedlich große Ausstechformen. Meine hatten einen Durchmesser von 4, 3 und 2 Zentimeter.

Mehl, weiche Butter, Zucker und Zitronenabrieb in eine Schüssel geben. Den Schüsselinhalt mit der Hand gut vermischen, bis ein glänzender Teigkloß entsteht. Diesen für eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Anschließend den Teig zwischen zwei Klarsichtfolien legen und mit einem Nudelholz circa 2 bis 3 mm walken.
Nun die Plätzchen ausstechen. In die kleinen (obersten) Plätzchen eine kleine Rundung eindrücken. Ich habe das mit einem Bleistift (obere Seite natürlich) getan. Legen Sie Teigstücke nun auf ein Blech mit Backpapier.
Sie werden bei 170 Grad auf mittlerer Schiene gebacken (Umluft – gehen Sie bei der Gradzahl nach Ihrer Erfahrung, die Sie mit Ihrem Herd gemacht haben).
Die Backzeit betrug bei mir circa 7 Minuten. Sie sind fertig gebacken, wenn sie außen einen leicht braunen Rand haben.
Nun die Plätzchen auskühlen lassen.

Finish

Bestreichen Sie den jeweils unteren Keks mit Lemon curd. Seien Sie dabei bitte vorsichtig, damit die Kekse nicht zerbrechen. Nun alles mit Puderzucker bestreuen.
Und zum Schluss: In die Vertiefung des oberen Kekses noch ein wenig Lemon curd.

Ha – das sind sie – die Terrassenkekse mit Lemon curd – oder Terrazza die Limoni:)

Gutes Gelingen

Ihr Herr Grün

Kommentare

  1. Andrea meint

    Hallo Herr Grün,
    das ist ja eine schöne Geschichte, die Professor Ceprase erzählt hat. Und die Terrassen-Kekse sehen super aus! Eine schöne Weihnachtszeit für Herrn Grün, das Kochlabor und alle Freunde wünscht Andrea

    • Herr Grün meint

      Liebe Andrea! Vielen Dank – da wird sich Professor Caprese aber freuen:) Dir auch eine schöne Weihnachtszeit – Herr Grün

  2. Uta meint

    Ganz nach meinem Geschmack,Geschichten erzählen und dabei kochen und backen(wie bei Simmel).Ich habe die Kekse am Samstag gebacken,einfach nur lecker!!!!!!!!!!

  3. Gabi Stiegler meint

    Sehr geehrter Herr Grün!
    Was für eine Frage? Natürlich stimmt diese und alle anderen Geschichten! So schöne und herzerwärmende Geschichten schreibt das Leben und können nicht erfunden werden. Liebe Grüße und eine frohe Weihnachtszeit von Frau Gabi

    • Herr Grün meint

      Liebe Gabi! Das haben Sie so schön geschrieben. Ich werde es gleich Professor Caprese erzählen:-) Viele Grüße und eine schöne Adventszeit – Herr Grün

  4. LisaCuisine meint

    Sehr geehrter Herr Grün,

    ob diese Geschichte nun stimmt oder nicht, “is doch völlich ejal” würde die Berlinerin in mir sagen 😉
    Die Hauptsach: sie hat ein Happy End und das hat sie. Ich liebe Geschichten oder wahre Begebenhieten mit Happy End, denn schliesslich gibt es schon genug schlimme Dinge auf dieser Welt.
    Wenn ich ehrlich bin, lese ich Ihren Blog regelmässig…ähm..hüstel.. Nee, nicht wegen der Rezepte, sondern eher wegen Ihrer tollen Erlebnisse mit Professor Caprese..sorry.. 🙂
    Bei mir läuft dabei jedes mal ein kleiner Film im Kopf ab und sie bringen mich zum schmunzeln..herrlich, wie sie im Traum am Strassenrand gestanden haben, um Suppe zu verkaufen.. 😉
    Ein kleiner Tipp am 11. Juli ist der Welt Schokoladentag, vielleicht versuchen sie es da noch einmal 😉 Dann natürlich mit selbstgebackenen Schokoladenkeksen oder Törtchen..

    Vielen Dank für diesen tollen Blog.
    Achja und bitte richten Sie Herrn Prof. Caprese liebe Grüße von mir aus 😀

    Es grüßt Sie
    Frau LisaCuisine 🙂

    • Herr Grün meint

      Liebe Lisa! Vielen Dank für den netten Kommentar:) Ich habe auch nicht nachgeschaut, ob sie stimmt oder nicht. Der Professor hat sie so unterhaltsam vorgetragen…Was soll’s also:)
      Ich finde es super, dass Sie meinen Blog regelmäßig lesen. Als ich es dem Professor erzählt habe, hat er sich sehr gefreut und ich soll Sie grüßen:)
      Den Welt Schokoladentag habe ich fest im Blick. Mal schauen. Herzliche Grüße aus Hamburg von Herrn Grün

  5. Ulli meint

    Sehr geehrter Herr Grün,

    hat Ihnen Herr Prof. Caprese neben dem Rezept auch mitgegeben, wie lange sich die Plätzchen halten und wie man sie lagert, damit sie möglichst lange haltbar sind? Oder haben Sie eigene Erfahrungswerte?

    Viele Grüße und in der Hoffnung auf eine baldige Antwort

    • Herr Grün meint

      Liebe Ulli! Das haben wir hier noch nicht ausprobiert, weil sie immer so schnell weg waren:) Man sollte die Plätzchen wegen des Lemon curds im Kühlschrank (oder zumindest kühl) aufbewahren. Ich schätze die Haltbarkeit dann auf 8 bis 14 Tage. Sie sollten aber bedenken, dass sie da auch Feuchtigkeit aufnehmen. Also, ich würde sie innerhalb von 3 bis 4 Tagen verspeisen:) Viele Grüße aus dem Kochlabor – Herr Grün

  6. Ulli meint

    Hallo Herr Grün,
    vielen lieben Dank. Dann werden diese Plätzchen nicht schon kommenden Samstag gebacken. Aber danach bestimmt!
    Viele Grüße, Ulli

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