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von Herr Grün 1 Kommentar
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»Und Sie wollen sie wirklich Tortues nennen?« Der Professor nippte an seinem Espresso und streckte seine Hand nach einem zweiten Pflaumen-Tortue aus. Ich hatte vorsichtshalber acht gebacken.
»Ja, auf jeden Fall. Ich finde das ist ein schöner Name. Teilchen zu sagen….Ich weiß nicht.«
Ich liebte die Vorstellung, dass sich ganz viele Menschen Pflaumen-Tortues backen und im Garten auf der Terrasse, beim Picknick oder einfach ganz alleine irgendwo genießen.
Der Professor nickte zustimmend. »Sie wissen schon, dass Tortue im Französischen Schildkröte bedeutet?«, merkte er noch an.
Das wusste ich. Und es bestärkte mich noch mehr in der Namensnennung. Ich mag Schildkröten. Sie sind so wunderbar langsam. Obwohl meine Pflaumen-Tortues recht schnell gebacken sind.
»Ich backe noch schnell zwei Pflaumen-Tortues«, werden sie sagen. Ich lachte. Das gefiel mir.
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Die Sonne scheint heute wunderbar. Ein Spätsommertag. Obwohl ich das Wort nicht so gern gebrauche. Es erzeugt Wehmut.
Der Professor sitzt im Garten auf seiner Bank und schreibt etwas. Eigentlich einen Roman – sagt er. Es geht auch ums Kochen. Ein Kochroman sei es aber nicht. Er tut geheimnisvoll. Ich frage nicht nach.
Den Klapptisch hat er auch schon gedeckt. Ich habe Polentaschnitten gekocht mit Rotwein-Pilzsauce. Dazu gibt es einen Salat mit Zwetschgen.
»Ob ich auch mal einen Roman schreibe?«, denke ich noch – halte mich bei dem Gedanken aber nicht auf. Das Essen muss nun auch – und möglichst warm – in den Garten.
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