
Tarte mit Orange Curd und Meringue
Gestern zum Nachmittagsespresso gab es diese Tarte mit Lemon Curd und Meringue, auf einem extra krossen Mürbeteigboden.
Der Professor war bester Laune und erzählte mir folgende Geschichte:
Während der Finanzkrise 2008 verloren in New York viele Menschen aus der Finanzbranche ihre Arbeit. Eine der Folgen war eine Welle von Gründungen und Selbstständigkeiten – manche vernünftig, manche ziemlich originell.
Einer dieser Leute war Ben Rosenstein.
Ben war Mathematiker bei einer Bank gewesen. Ein stiller Typ, eher unscheinbar. Nur eines fiel an ihm auf: Er war außergewöhnlich beliebt. Die Leute im Büro saßen gern in seiner Nähe. Nicht weil er besonders unterhaltsam gewesen wäre. Ben hatte einfach dieses wohlwollende Lächeln, bei dem man das Gefühl bekam, dass die Dinge schon irgendwie wieder in Ordnung kommen würden.
Dann verlor auch er seinen Job.
Ein befreundeter Anwalt überließ ihm ein kleines Büro. Die Idee war denkbar einfach: Ben sollte sich mit Menschen unterhalten, die durch die Krise in Not geraten waren. Menschen, die ihren Job verloren hatten, die Angst hatten oder schlicht nicht mehr wussten, wie es weitergehen sollte.
Das Ganze lief sehr langsam an. In den ersten Wochen kam praktisch niemand.
Dann kamen ein paar.
Dann mehr.
Und irgendwann sehr viele.
Schließlich schrieb sogar die New York Times über ihn.
Die Überschrift lautete:
»The Man Who Makes New York Feel Better.«
Ich mochte die Geschichte. Sie rührte mich. Ich spürte Erleichterung. Leichtigkeit.
Ich bemerkte, wie wohlwollend der Professor mich anschaute.
Eigentlich tat er das immer. Fast immer.
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