
Mirabellentarte mit krossem Mürbeteig
Diese Mirabellentarte hatte ich für den Professor gebacken. Er hatte sie sich gewünscht.
Als ich in seinem Garten ankam, saß er da und las. Ein Buch über Pierre Soulages – ein Künstler, den er sehr mag. Auffällig: Sein weiß-blau gestreiftes, langärmeliges Shirt und seine blaue Hose. Sehr bretonisch. Ich äußerte mich nicht dazu.
Er mochte die Tarte. Betonte das leicht Säuerliche und Fruchtige der selbst zubereiteten Mirabellenmarmelade, die ich auf die Mirabellenhälften gegeben hatte. Lobte den keksigen Mürbeteig.
Obwohl nichts Außerordentliches passierte – ja sich nicht einmal die Sonne auch nur für ein paar Sekunden zeigte – war es ein bemerkenswerter Nachmittag. Begleitet von schönem Hamburger Seewetter. Leichter Luftzug mit Mirabellenduft.
…

Im Kochlabor korrigieren wir mal nicht so schönes Wetter mit einem passenden Gericht. Man kann sich ja mit Kochen einiges herbeizaubern – wie etwa den Süden, die Sonne, typische Aromen und Gerüche. Sie wissen schon.
