Ab sofort gibt es wieder Weihnachtskarten von Herrn Grün.
»Rentiere« Klappkarte
»Le Roi de Noël« (Der Weihnachtskönig) Postkarte
Jede Karte mit hochwertigem Umschlag.
Beide Karten im www.HerrGruen-Shop.de
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»Meine Cousine Laura möchte uns zu Silvester nach Neapel einladen, und sie wünscht sich einen Winterkuchen von Ihnen, Signor Grün.« Der Professor schaute mich beim Nachmittagsespresso vieldeutig lächelnd von der Seite an.
Sie wissen es vielleicht noch, Laura ist die Konditorin, die meinen Streuselkuchen in ihrem Café in Neapel verkauft.
»Mh – und wenn ich keinen Winterkuchen entwickele?«
»Dann sind wir trotzdem herzlich willkommen. Das hat sie extra gesagt.«
Ich überlegte. Ein Winterkuchen. Eigentlich eine schöne Idee.
»Was hat Laura mit dem Kuchen vor?« Ich war neugierig.
»Sie möchte ihn mit einer roten Schleife versehen und vor Weihnachten an einem Tag in den Abendstunden auf der Straße verschenken. Und später natürlich auch in ihrer Konditorei verkaufen.«
Irgendwie war ich schon etwas gerührt.
»Abgemacht.« Ich reichte ihm zur Besiegelung die Hand.
Gleich am anderen Tag machte ich mich ans Werk und entwickelte diesen Kuchen.
…
Das Telefon im Kochlabor klingelte. Ich hob ab. Die ersten Sekunden hörte ich nichts. Dann ein leises Pfeifen, wie von einem anderen Stern: »Signor Grün, sind Sie es?« Es war die Stimme von Professor Caprese. Er klang sehr schwach.
»Ja, ja. Ich bin hier im Kochlabor. Was ist mit Ihnen?«
»Ich habe eine Grippe. Es sieht schlecht aus. Ich wollte Ihnen nur sagen, dass es eine schöne Zeit war mit Ihnen im Kochlabor. Und Luigi. All die schönen Stunden.«
Dieser alte Dramatiker. Eine Grippe. Nichts Leichtes. Aber so was.
»Bleiben Sie schön im Bett. Ich bin in einer Stunde bei Ihnen mit einer Suppe. Das wird Ihnen wieder auf die Beine helfen.«
»Eine Suppe?« Und schon klang seine Stimme klarer.
»Ja, eine Suppe. Fernöstlich. Mit kräftigenden Gewürzen und Zutaten.«
Ich hatte für die Suppe alles da: Karotten, Ingwer, Curry, Kurkuma, rote Peperoni, Kokosmilch, etwas Basmatireis.
Als ich sie zubereitet hatte, eilte ich mit dem Topf hinüber ins Nachbarhaus zu Professor Caprese, der jammernd auf der Couch lag. Um die Situation noch dramatischer zu gestalten, hatte er sich eine riesige Wollmütze aufgesetzt.
Er war sehr glücklich mit der Suppe, und glaubt man seinen Erzählungen, war er regelrecht sofort geheilt.
Er empfiehlt sie fortan allen Kranken, aber auch Gesunden als leichte, schnell zuzubereitende, delikate fernöstliche Suppe und behauptet, ich sei ein Wunderheiler, der noch zu viel Größerem fähig sei, was natürlich Quatsch ist.
Vielleicht haben Sie ja auch gerade Lust auf Suppe … Gutes Gelingen.
…