Für den heutigen Nachmittagskaffee hatte Professor Caprese ein neues Experiment vorgesehen. Ich sollte für Luigi ein Tortenrezept vorbereiten. Der kleine Roboter würde es lesen, dann die Böden backen, die Crème zubereiten und die Torte anschließend verzieren. Ehrlich, so richtig glaubte ich nicht daran. Aber ich wollte die Beiden nicht enttäuschen. Also schrieb ich eine Art Wunschrezept für eine kleine Mandel-Mokka-Torte. Die Böden mit gemahlenen gebrannten Mandeln und anschließend mit Amaretto beträufelt. Die besondere Herausforderung: Die Biskuitböden sollten mit Hilfe einer Tasse gebacken werden. Es handelte sich also um eine meiner typischen Mini-Torten. Und was soll ich sagen: Luigi löste alles mit Bravour und in einer super Zeit. Ich war begeistert. Der Professor trällerte vor Freude ein Lied.
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Italienischer Muschel-Nudel-Salat mit Rucola und selbst gemachtem Basilikum-Pesto
»Herr Grün, haben Sie mal Zeit?« Professor Caprese klang aufgeregt am Telefon.
Aber ja – ich hatte Zeit und war gespannt, was er sich wieder ausgedacht hatte.
Eine halbe Stunde später stand er mit Luigi im Kochlabor.
Der Professor packte gelbe Knete aus und legte sie auf den Tisch. Luigi setzte sich an den Tisch. Dann ging alles ganz schnell und aus der Knete waren muschelartige Gebilde geworden.
Caprese klatschte in die Hände und Luigis Kopflampen blinkten wie wild.
»Na – was sagen Sie? Conchiglioni rigate – Muschelnudeln. Die kann Luigi Ihnen jetzt jederzeit herstellen.« Der Professor war sehr stolz.
Ich muss sagen, ich war beeindruckt.
Am anderen Tag legte ich Luigi meinen Nudelteig auf den Tisch. Aber er formte kleine Autos und Häuser und sogar Katzen.
Auf keinen Fall sollte der Professor enttäuscht sein, deshalb eilte ich zum italienischen Supermarkt und kaufte sehr hübsche Muschelnudeln.
Mittags gab es dann Muschel-Nudel-Salat mit Rucola und selbst gemachtem Basilikum-Pesto.
Der Professor hatte Tränen in den Augen. Er lobte Luigi in einem fort. Der verdrehte nur die Augen. Ob Roboter auch ein schlechtes Gewissen haben? Egal. Es war ein schönes Mittagessen und alle waren sehr froh.
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Laugenbrötchen ganz einfach selber backen
»Nun tauchen Sie die Teigkugeln vorsichtig in die …«. Am anderen Ende der Leitung war es plötzlich ganz still.
»Frau Plötzenhoff, sind Sie noch da? Warum lesen Sie nicht weiter vor. Es war gerade so spannend.«
»Herr Grün, das kann ich Ihnen nicht antun. Da steht, Sie sollen die Teigkugeln in eine Lauge tauchen, dabei aber Handschuhe tragen, weil sie so ätzt. Das machen Sie auf keinen Fall. Lieber verzichte ich auf die Laugenbrötchen.«
»Nein, nein – sie bekommen Ihre Laugenbrötchen. Versprochen.«
Ich hatte von einem Backvorgang gelesen, bei dem man die Lauge durch einfaches Natron ersetzt. Das war eine Herausforderung fürs Kochlabor. Noch ein paar Einkäufe und: Schiff AHOI! Dann konnte es losgehen.
Sind Sie neugierig geworden?
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