»Heute Abend bekomme ich Besuch von Kollegen.« Der Professor wirkte etwas aufgeregt.
Er erzählte mir von einer Professorin aus Reims und einem Professor aus Istanbul. Sie wollten heute Abend über Roboter und Kunst und Kultur diskutieren.
Die Professorin hatte einen Roboter entwickelt, der im Foyer eines Museums über den ganzen Tag die Geräusche der Besucher wahrnahm und sie, von einem Programm interpretiert, mit Hilfe von Pinseln auf einer Leinwand verewigte.
Die 30 Bilder wurden später ausgestellt und waren ein großer Erfolg. Die Presse feierte das Projekt.
Die Frage, die sich aber viele stellten: Ist das Kunst, weil sie doch von einem Roboter kam. Dazu gab es sehr unterschiedliche Meinungen.
Ich fand das Thema sehr spannend und wollte diesen Diskussionsabend, wenn ich auch selber nicht teilnahm, unterstützen. Dazu backte ich zwei Quiches, die die italienische, die französische und die türkische Küche, natürlich nur bescheiden angedeutet, symbolisieren und vereinen sollten.
»Wenn die Diskussion sehr heftig wird, können sie die Quiche servieren, das wird alle wieder beruhigen«, meinte ich zu ihm bei der Überreichung der Quiches und lächelte ihm ermutigend zu. Er blieb aber trotzdem aufgeregt. Was ich aber sehr sympathisch fand.
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Unüberfischbar: Kartoffelfisch mit Rote-Bete-Gurken-Apfel-Salat
Mit verbesserter Rezeptur!
Manchmal kocht Professor Caprese ein Überraschungsgericht für mich. Ich muss nichts tun. Nur außerhalb des Kochlabors warten oder am Tisch sitzen. Letzteres bevorzuge ich, weil ich dann beim Kochen zuhören und die Duftnoten intensiv wahrnehmen kann.
Gestern roch es nach frittierten Kartoffeln, sauren Gurken, Apfel, Zitrone und Muskat. Eine schöne Duftkomposition. Sehr erfrischend.
Wie sich herausstellte, hatte er den seltenen, aber nicht vom Aussterben bedrohten Kartoffelfisch mit dänischem Rote-Bete-Salat mit sauren Gurken und Äpfeln zubereitet. Herrlich. Das war eine wirkliche Überraschung.
Haben Sie Lust, das Gericht nachzukochen? Dann bitte hier entlang.
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Herr Grüns Puddingschnecken – mit Dinkelmehl gebacken und natürlich mit Pudding
»Signor Grün, ich habe mich verliebt«, flüsterte der Professor ins Telefon. Ich konnte es gar nicht glauben und wollte nachfragen – aber da hatte er schon aufgelegt.
Von seinen Reisen zurück, erzählte er mir von einem kleinen Dorf im Saarland, in dem er Puddingschnecken gegessen hatte, die so köstlich waren…
Das war es also. Ein Wissenschaftler, der sich in Puddingschnecken verliebt hatte.
Er erzählte mir genau, wie sie aussahen und schmeckten, und ich habe sie nachgebacken.
Der Professor war begeistert. »Das gibt es doch gar nicht. Sie schmecken fast genau so wie meine Entdeckung.«
Ach, da war ich froh. Aber ‚fast‘… mh. Mein Ehrgeiz war geweckt. Da würde ich weiter experimentieren.
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