Als Professor Caprese vom Markt kam, war er etwas aufgeregt. »Sie sollen das Essen auf keinen Fall überthymianisieren“, meinte er.
»Überthymianisieren? Wer hat das gesagt?« Ich musste lachen. Das Wort war toll, aber ich hatte es noch nie gehört.
»Der Mann am Gemüsestand. Überthymianisieren wie Versalzen, denke ich.« Caprese setzte sich an den Tisch und packte die Einkäufe aus. Ein riesiger Strauß Thymian kam zum Vorschein. Nun war mir klar, was Caprese meinte. Nicht schlimm. Thymian konnte man immer gut gebrauchen.
Ich fing an, das Essen zuzubereiten. Es gab Strauchbohnen mit Zitronen-Thymiansauce und Pommes-Allumettes. Ich glaube, das werden Sie mögen.
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Orientalisches Ofengemüse mit RoteLinsen-Kartoffel-Püree und vegetarischen Bratwürstel

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»Sind sie schon einmal mit dem Orient-Express gereist?«
Der Professor überraschte mich mit dieser Frage.
Wir saßen in seinem Garten. Er lag unter einem Sonnenschirm – den Kopf mit einem Strohhut bedeckt.
Ich saß am Klapptisch, trank Espresso. Die Füße in einer Blechwanne mit kaltem Wasser.
Ich dachte über den Orientexpress nach. Er fuhr jetzt unter dem Namen »Simplon-Orient-Express« wahlweise von London nach Paris. Von Verona nach Prag. Oder von Paris nach Istanbul. Es waren viele Strecken möglich.
»Wir könnten damit reisen. Sagen wir von Paris nach Istanbul. Vorher könnten wir noch ein paar Tage orientalische Speisen zu uns nehmen.«
Ich musste lachen. »Zu uns nehmen« klang auch für seine Verhältnisse etwas schräg.
»Etwas mit orientalischem Ofengemüse. So was. Mit Bratwürsteln.«
»Wie kommen Sie ausgerechnet auf Bratwürstel?«
»Wir würden doch über Wien fahren und die vegetarischen Bratwürstel, die wir manchmal essen, kommen doch aus Wien.«
Er hatte recht. Eigentlich keine schlechte Idee.
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Italienische Bulgurbällchen auf leicht spicy Pfannengemüse mit Zucchini und weißen Riesenbohnen

Der Professor rief gleich um 8.00 Uhr morgens an. Ich hörte im Hintergrund das Wasser kochen. Es war seine uralte Espressokanne. Er hatte sie von seiner Großmutter geerbt. Ich kannte keine Maschine, die lauter war. Wenn er sein Küchenfenster aufstehen hatte, hörte man das Schlussgegurgel in der ganzen Straße. Ich mochte das Geräusch.
»Wollten Sie was kochen. Ähm…vorbereiten?«, fragte er vorsichtig.
»Mh, ich hatte eigentlich nichts geplant. An was dachten Sie?«
»An krosse Bällchen. Mit leichter Schärfe. Und Gemüse. Zucchini vielleicht. Fagioli bianchi giganti.« Er seufzte. Weiße Riesenbohnen liebte er.
»Na gut. Mal schauen. Kommen Sie doch gerne um halb acht. Das passt. Und…«
Ich wollte noch was sagen, aber da hatte er schon aufgelegt.
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