Der Professor hatte von einer Tagung in London zwei Gläser Orangen-Marmelade mitgebracht. Zuerst empfand ich sie als etwas bitter, dann machte es Bumm in mir und ich war begeistert. Ein Feuerwerk – und ich dachte sofort an einen Kuchen.
Der Nick – so heißt der Kuchen – ist nicht so hoch. Ich dachte, das sieht britischer aus – aber es hat auch praktische Gründe, denn so kann er besser abgeschnitten werden und wackelt auf dem kurzen Weg zum Teller nicht so rum und fällt womöglich hin und der Frischkäse mit der Orangen-Marmelade klatscht neben den Teller, auf den Tisch, auf die Kleidung, quillt in die Wohnung, auf die Straße, überflutet zuerst das Viertel und dann die Stadt. Ihr wisst schon. Katastrophen haben wir heutzutage ja genug. Das meint auch der Professor und lacht mit seinem orangenmarmeladenverschmierten Mund beim Kuchentest. Er schmeckt ihm. Das freut mich.
Ihnen ein schönes und orangiges Wochenende:-)
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Beim Nachmittagsespresso erzählte mir der Professor von seinem Onkel Auguste, der in Neapel einen Laden für hochwertige Öle hatte. Die Menschen liebten vor allem seine Aromaöle, die sie zum Backen verwendeten. Auguste stellte sie selber her. So trocknete er Orangenschalen, mahlte sie und vermischte sie anschließend mit mildem Olivenöl.