»Heute Abend bekomme ich Besuch von Kollegen.« Der Professor wirkte etwas aufgeregt.
Er erzählte mir von einer Professorin aus Reims und einem Professor aus Istanbul. Sie wollten heute Abend über Roboter und Kunst und Kultur diskutieren.
Die Professorin hatte einen Roboter entwickelt, der im Foyer eines Museums über den ganzen Tag die Geräusche der Besucher wahrnahm und sie, von einem Programm interpretiert, mit Hilfe von Pinseln auf einer Leinwand verewigte.
Die 30 Bilder wurden später ausgestellt und waren ein großer Erfolg. Die Presse feierte das Projekt.
Die Frage, die sich aber viele stellten: Ist das Kunst, weil sie doch von einem Roboter kam. Dazu gab es sehr unterschiedliche Meinungen.
Ich fand das Thema sehr spannend und wollte diesen Diskussionsabend, wenn ich auch selber nicht teilnahm, unterstützen. Dazu backte ich zwei Quiches, die die italienische, die französische und die türkische Küche, natürlich nur bescheiden angedeutet, symbolisieren und vereinen sollten.
»Wenn die Diskussion sehr heftig wird, können sie die Quiche servieren, das wird alle wieder beruhigen«, meinte ich zu ihm bei der Überreichung der Quiches und lächelte ihm ermutigend zu. Er blieb aber trotzdem aufgeregt. Was ich aber sehr sympathisch fand.
…
Farfalle de La Mancha
Aus dem Herr Grün Kochbuch.
Ich hatte gerade die Farfalle aufgesetzt, da hörte ich von draußen einen Schrei. Ich rannte zum Fenster und sah Professor Caprese in seinem Garten auf einem imaginären Pferd reiten. Er hielt einen Besenstiel wie eine Lanze in der Hand. Luigi, der kleine Roboter, lief neben ihm her, fuchtelte wild mit den Armen und jammerte fortwährend.
»Professor, das Essen ist fertig«, rief ich ihnen zu und winkte.
»Ich komme sofort.« Er stieg von dem gedachten Pferd ab und ließ den Besenstiel ins Gras fallen.
Fünf Minuten später stand er mit Luigi im Kochlabor.
»Na, haben Sie uns erkannt?« Er schaute mich fragend an und strahlte. Dieser Kindskopf. Ich zögerte die Antwort hinaus. Brachte zuerst das Essen an den Tisch. Der Professor kostete und brummte. Es schien ihm zu schmecken. »Fantastico, Signor Grün. Wie heißt das Gericht?«
»Farfalle de La Mancha natürlich. Wie sonst?«
Da lachte er laut. Und Luigi auch.
Das Herr Grün Kochbuch gibt es (auf Wunsch auch mit persönlicher Widmung) hier-> www.HerrGruen-Shop.de
Pizza mit Peperoni, Schafskäse und schwarzen Oliven
»Warum hat der Erfinder der Pizza keinen Nobelpreis bekommen?« Der Professor schaute mich fragend an.
»Weiß ich nicht. Wer ist denn der Erfinder der Pizza? Weiß man das denn?«
Er runzelte die Stirn und schien nachzudenken.
»Na ja – schon ein Italiener. Aber wer es nun genau war, das weiß ich nicht.«
»Also ich liebe Pizza, das wissen Sie. Aber gleich einen Nobelpreis? Ist Pizza denn wichtiger als zum Beispiel der Reißverschluss? Sein Erfinder müsste dann ja auch einen bekommen.«
»Signor Grün, Sie vergleichen Pizza mit einem Reißverschluss?« Er schaute mich entrüstet an und ich merkte, dass er sehr wütend wurde.
Ich stand schnell auf, stellte mich vor ihn hin und breitete die Arme aus, so weit ich konnte. »Pizza ist so. Das Größte, was es gibt. Pizza hat schon viele Menschen glücklich gemacht. Sie ist genial. Vielseitig. Unvergleichlich. Sie ist eine Welterfindung.«
Da lachte er. Ich nahm zwei Pizzen aus dem Herd mit Olivenöl, frischem Thymian und Rosmarin, roter Peperoni, schwarzen Kalamon-Oliven und Schafskäse mit einem Tick Honig
Ich stellte sie auf den Tisch.
Caprese strahlte. Er war glücklich.
…
- « Vorherige Seite
- 1
- …
- 27
- 28
- 29
- 30
- 31
- …
- 42
- Nächste Seite »
