
Geschmorter Spitzkohl mit einer cremigen Paprikamark-Buttersauce – mit fein geriebenem mittelaltem Gouda, etwas Chili, Knoblauch und frischem Thymian
Heute hatten wir mal wieder einen Tauschtag.
Der Professor und ich tauschen die Rollen.
Ich gehe zum Markt und mache den Einkauf. Er kocht.
Während er kocht, warte ich in seiner Wohnung und nehme Anrufe entgegen, von denen Caprese ziemlich viele erhält. Das hätte ich anfangs gar nicht gedacht.
Die Anruferinnen und Anrufer stellen technische Fragen – aber auch Fragen zu Rezepten. Und wann »Herr Grün wieder dieses oder jenes kocht und sie dann das Rezept haben könnten«.
Ich ging also auf den Markt und kaufte, was mir in den Sinn kam. Spitzkohl, Zwiebeln, Knoblauch und Thymian. Mit Letzterem wollte ich das Heimweh etwas vertreiben, das der Professor oft im Herbst hat. Es war eine kleine Geste, die er aber nicht kommentierte. Was ich aber auch gut finde. Kleine Gesten bemerkt man nur. Das ist das Spiel. Ich finde, man sollte sie nicht unterschätzen.
Aus meinem Einkauf zauberte Caprese dieses Gericht, das ich sehr genossen habe.
Nach dem Essen bereitete ich noch einen Espresso zu. Wir aßen etwas Orangenkuchen dazu.
Der Professor brummte, zwinkerte mir zu. Kleine Gesten.
Zutaten für zwei Personen
Für die Sauce
1 mittelgroße Zwiebel
1 kleine Knoblauchzehe
2 EL frischer, fein gehackter Thymian (und etwas zum dekorieren)
50 g Paprikamark (Ich verwende das von Hengstenberg – das ist schön würzig. Keine Werbung.)
30 g Butter
200 ml Sahne (30 % Fett)
ca. ½ cm getrocknete Chili (oder nach Schärfebedürfnis)
ca. 40 g mittelalter Gouda (mit mikrobiellem Lab hergestellt) – Er wird in den einzelnen Phasen immer frisch gerieben.
wenn Sie möchten etwas Abrieb einer Zitronenschale
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Für den Spitzkohl
1 Spitzkohl (ca. 1 Kg unbearbeitet)
Sie benötigen ca. 600 bis 700 g Spitzkohl ohne Strunk.
1 Knoblauchzehe
4 EL Olivenöl
100 ml Gemüsebrühe
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zubereitung
Die Sauce
Die Knoblauchzehe in Würfel schneiden.
Die Butter in einer heißen Pfanne zerlassen.
Die Zwiebelwürfel dazugeben und dünsten, bis sie glasig sind. Zwischendurch die Knoblauchwürfel dazugeben und mitandünsten.
Wenn die Zwiebeln glasig sind, das Paprikamark dazugeben und 1 EL von dem gehackten Thymian. Ca. 2 Minuten anschmoren. Das getrocknete Chilistück hineinbröseln. Dann die Sahne dazu gießen und gut umrühren. Ca. 2 bis 3 Minuten köcheln lassen. Dann 1 EL gehackten Thymian dazugeben und 20 g fein geriebenen Gouda. Gut umrühren. Noch einmal ca. 2 Minuten leicht köcheln lassen. Wenn Sie möchten, etwas von dem Zitronenabrieb dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Deckeln obenauf zur Seite stellen.

Der Spitzkohl
Normalerweise halbiere ich den Spitzkohl, entferne den Strunk und schneide ihn in Streifen.
In diesem Fall habe ich den gesamten Spitzkohl in ca. 1,5 cm dicke Scheiben geschnitten und den Strunk innen entfernt. So erhalte ich längere Streifen.
Die Spitzkohlstreifen waschen. Ich entziehe ihnen das Wasser mit einer Salatschleuder. Mit einer Siebschüssel geht es aber auch.
Das Öl in einen großen Topf geben und erhitzen. Dann die Knoblauchwürfel dazugeben. Kurz andünsten. Dann die Spitzkohlstreifen dazugeben.
Alles anschmoren. Es dürfen ruhig leicht braune Stellen entstehen. Unser Ziel: Der Spitzkohl soll später weich aber noch etwas bissfest sein.
Gegen Ende der Schmorzeit die Gemüsebrühe dazugeben. Gut umrühren. Nun ohne Deckel noch etwas schmoren, bis das Wasser in etwa verdampft ist. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Finish
Die Spitzkohlstreifen auf die Teller verteilen.
Die Sauce darüber geben.
Den Gouda darüber reiben und etwas mit Thymian dekorieren.
Herbstliche Grüße aus dem Kochlabor
Herr Grün

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