Sie glauben gar nicht, wie lange ich darüber nachdenke, wie ich meine Gerichte nennen soll. Die Cannelloni, die ich ihnen heute vorstelle, sind gefüllt mit Erbsen-Kartoffel-Püree, das wiederum gewürzt ist mit frischem Oregano und Thymian. Ich finde den Namen Cannelloni mit Erbsen-Kartoffel-Püree aber langweilig. Deshalb nenne ich das Gericht: Cannelloni mit pürierten Oregano-Erbsen.
»Herr Grün, Sie machen sich aber ganz schön viele Gedanken«, sagen dann einige. Also glaube ich zumindest. Es sagt eigentlich keiner.
Ich lese gerne Geschichten über Speisen. Also in derart: »Wussten Sie, dass die Cannelloni ursprünglich aus Nepal kommen? Man nannte sie Röhren der Freude.« HaHa. Das habe ich mir ausgedacht. Das wussten Sie – oder?
Na gut. Sie möchten kochen. Ich will Ihnen also heute erklären, wie ich diese vegetarischen Cannelloni zubereitet habe. Los geht es also.
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Im Kochlabor ist es in den letzten Tag eher ruhig.
Die Dramaturgie beim Zubereiten einer Suppe hat mich schon immer fasziniert. Die Zutaten werden schrittweise in den Topf gegeben. Dann folgt eine Kochphase, in der sie sich, oftmals ein bisschen wild, miteinander bekanntmachen. Danach folgt eine ruhigere Phase – im Falle dieser Kartoffel-Lauch-Suppe nach dem Pürieren. Alles verlangsamt sich. Die Hitze wird etwas heruntergedreht, damit nicht wie bei einem Vulkanausbruch heiße Blasen Suppe aus dem Topf geschleudert werden. Der dann zugegebene Grauburgunder wirkt auf die heiße Suppe ebenso beruhigend wie die Crème double, die die Aromen von schwarzem Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss verstärkt.