
Professor Caprese brachte mir heute Vormittag Rosenkohl aus seinem Garten vorbei.
»Oh – Rosenkohl mag ich nicht so. Das tut mir leid.«
»Warum? Er schmeckt doch wundervoll.«
Ich kannte Rosenkohl nur mit Kartoffeln und manchmal gab es auch ein paar Mandeln dazu. Das hatte mich geprägt. Ich hatte ihn regelrecht verdrängt. Für mich war er der röhrende Hirsch in der kulinarischen Landschaft.
»So kenne ich Sie gar nicht, Signore Grün. Sonst haben Sie doch immer eine Idee. Kochen Sie den Rosenkohl doch so, wie Sie ihn am liebsten mögen.« Er zwinkerte mir zu.
Der Professor hatte recht. Warum so schnell aufgeben. Man müsste dem Rosenkohl einfach eine Chance geben.
»Kommen Sie heute Abend. Ich habe da so eine Idee.«
Ich sah die ersten Bilder: Tagliatelle mit etwas Kurkuma (ohne Ei und ohne Nudelmaschine zubereitet). Rosenkohlblätter in Butter gedünstet. Dazu eine Zitronen-Kümmel-Sauce. Was meinen Sie? Haben Sie Lust?
…

An Silvester sind die Vorstellungen sehr unterschiedlich, was die Wahl der Gerichte betrifft. Im Kochlabor gibt es ja eine Silvestersuppe (ich hatte sie vor einigen Tagen vorgestellt). Aber immer gibt es auch belegte Baguettestücke. Oder ‘Schnittscha’ – wie man im Saarland sagt. Wahrscheinlich heißen sie überall anders.
Herr Grüns mediterrane Silvestersuppe 2024