Spaghetti mit leicht scharfer Kürbiscrème und gerösteten Pinienkernen

Spaghetti mit Kürbiscrème»Ich würde Sie gerne einladen. Heute Mittag gibt es Kürbis.« Zuerst hörte man am anderen Ende nichts – dann: »Nein, meinen Kürbis esse ich nicht.« Er lachte.
»Seien Sie nicht albern. Ich habe mir etwas Besonderes ausgedacht. Spaghetti mit leicht scharfer Kürbiscrème. Auch mit Oregano und Majoran.«
»Das ist Frevel. Das wissen Sie, Signor Grün.« Er stöhnte. »Na gut, ich komme. Bin gleich da.«
Später aß er drei Portionen. Plapperte glücklich vor sich hin. »Also, wissen Sie, Signor Grün. Okay, ich mag keinen Kürbis. Aber die Spaghetti, die leichte Chilischärfe, die Gewürze…Na gut, Sie haben gewonnen. Die Kürbiscrème ist einfach gut. Überragend. Wirklich. Kann ich noch eine Portion haben. Könnten Sie das die Tage noch einmal kochen? Ich meine, Kürbis gibt es doch gerade genug. Es ist doch Saison…« Professor Caprese hörte nicht auf. Ich war froh. Ich konnte ihn begeistern.

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Apfeltarte Lulu

Apfeltarte Luluapfeltartestueck2»Professor, kommen Sie rüber ins Kochlabor. Ich hab eine Apfeltarte gebacken. Wie Sie sie sich immer gewünscht haben. Sie wissen schon – très französisch.«
Zehn Minuten später saß er vor mir am Tisch. Hatte einen Tweetanzug an und eine Melone auf. So hatte ich ihn noch nie gesehen. Während wir von der Apfeltarte aßen – dazu gab es Espresso und Schlagsahne – erzählte er mir von einer Bekanntschaft, die er vor langer Zeit in Paris gemacht hatte. Eine gewisse Lulu, die in der Rue de Fleurus Nr. 27 gewohnt hatte. »Sie wissen schon, in dem Haus, in dem Gertrude Stein, Hemingway und Picasso – na ja, was soll ich sagen. Lulu war unbeschreiblich. Und sehr belesen. Schrieb sogar selbst. Sehr talentiert« Er erzählte und erzählte. Die Geschichte wurde sehr unübersichtlich. Schließlich dachte ich nur noch an die Apfeltarte. Sie hatte einen sehr keksigen Mürbeteigboden. Die Füllung aus Sahne, Quark sowie Vanillemark, Zimt und frisch gemahlenem Kardamom. Der Belag aus dünn geschnittenen Apfelscheiben bestrichen mit Aprikosenmarmelade, die ich ebenfalls mit Zimt und Kardamom vermischt hatte. Zwischendurch hörte ich wieder zu. Konnte erkennen, dass der Professor diese Lulu sehr gemocht, ja bewundert hatte. Alles war so… Also nannte ich die Apfeltarte spontan Lulu. Vielleicht backen Sie sie auch einmal und träumen von Frankreich… Ach.

 

Die Lulu widme ich meinem Sponsor Thomas Grimme (übrigens auch ein Genießer) und seinem Team Bleywaren – ein Traditionsunternehmen seit 1827. Besuchen Sie gerne den Shop von Bleywaren mit überaus schönen Waren – auch aus Frankreich:)

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Tagliatelle Boschetto mit frittierten Knoblauchscheiben und Chilistücken

vegetarische Tagliatelle BoschettoUm 8.00 Uhr morgens, ich war gerade am frühstücken, stand plötzlich Professor Caprese im Kochlabor.
»Wo kommen Sie her? Sie sehen sehr müde aus.«
Er stand da mit einer Wolldecke unterm Arm und einer Papptüte in der Hand.
»Ich habe auf dem Markt übernachtet. Ich wollte unbedingt der erste sein. Und eine der letzten Sommernächte genießen.« Er lachte und hustete etwas dabei.
Er zog einen riesigen Strauß Blattpetersilie aus der Papptüte.
»Signor Grün, ich wünsche mir so sehr Tagliatelle verde.« Er hustete noch einmal kurz, dann ließ er sich in den Sessel am Fenster fallen und schlief sofort ein.
Ich deckte ihn mit seiner Decke zu, las noch etwas in den Aufzeichnungen von Michel Roux, den ich sehr schätze, dann bereitete ich die Tagliatelle zu. Und eine Idee für die Sauce hatte ich auch schon.
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