
»Professoooor!« Ich rief so laut ich konnte. Das Hämmern wurde unterbrochen und Caprese schaute aus dem Fenster seines Arbeitszimmers. Er hatte irgendein Gerät in der Hand und eine dicke, dunkelgetönte Fliegerbrille auf.
»Können Sie bitte für eine Moment mit dem Hämmern aufhören. Ich muss etwas schreiben. Ich kann mich nicht konzentrieren«, rief ich zu ihm hinüber.
»Ja, tut mir leid. Ich höre sofort auf. Ich war sowieso fertig.« Er lachte und winkte mir zu.
»Was bauen Sie denn?« rief ich noch. Aber er war schon wieder verschwunden.
Heute Abend würde er meine Sellerieschnitten mit krosser Kräuterpanade kosten. Ich hatte ihn eingeladen. Dazu gab es Tagliatelle mit einer Zwiebelrahmsauce. Ich freute mich. Caprese wollte Wein mitbringen.
Ich finde den ersten Teil des Jahres oft sehr schön. Eine Zeitinsel. Die meisten Menschen wirken in dieser Zeit zufriedener auf mich als sonst. Als würde sich das Jahr wie eine Uhr erst aufziehen, dann Geschwindigkeit aufnehmen, um im hohen Flug, knapp über der Graslinie, über den Frühling und dann in den Sommer zu fliegen.
…


Stellen Sie sich vor, die Knollensellerie gäbe es seit heute zum ersten Mal in den Geschäften. Niemand hätte sie vorhergesehen. Sicherlich wollten viele diese wunderbare Knolle haben. Ein Kaufboom würde einsetzen. Die Zeitungen, vor allem natürlich die Foodmagazine, würden von dieser Pflanze berichten. Die Kochwelt würde sich vor Lob überschlagen. Die ungewöhnliche, etwas chaotische Form, das wunderbare Aroma, der einzigartige Geschmack und die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Vielleicht würde die Knollensellerie sogar die Pflanze des Jahres 2022.