Eigentlich wollte ich nur eine Creme aus geröstetem und gemahlenem Sesam und Kichererbsen herstellen. Dann konnte ich nicht aufhören, was manchmal vorkommt, und habe noch dieses Gericht zubereitet.
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Eigentlich wollte ich nur eine Creme aus geröstetem und gemahlenem Sesam und Kichererbsen herstellen. Dann konnte ich nicht aufhören, was manchmal vorkommt, und habe noch dieses Gericht zubereitet.
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Ich stand gerade am Herd und experimentierte mit vegetarischen Frikadellen, da flog in hohem Bogen ein Papierflieger genau auf den Kochlaborboden. Ich hob ihn auf und schaute aus dem Fenster. Caprese stand auf dem Dach seines Hauses und nahm von Luigi einen weiteren Papierflieger entgegen. Dieser landete im Garten zwischen den Zucchini.
»Professor, was machen Sie da?« rief ich zu ihm rüber.
»Hallo Signore Grün. Es geht um Aerodynamik und Luftwiderstände… Und was machen Sie?«
»Ich experimentiere mit kleinen Frikadellen und bereite eine Kräuterrahmsoße zu. Dazu gibt es Rigatoni. Also nichts Wichtiges.« Ich tat so, als würde ich das Fenster schließen.
»Warten Sie. Frikadellen, Rahmsoße, Rigatoni? « Er japste und wäre fast vom Dach gefallen, wenn ihn Luigi nicht aufgefangen hätte. »Ich komme sofort. In zehn Minuten. Das mit den Fliegern hat keine Eile.« Er lachte – und war auch schon verschwunden.
Zehn Minuten später stand er im Kochlabor. Mit einem tollen Papierflieger und einer Flasche Wein.
Und was machen Sie gerade? Haben Sie Lust auf kleine Frikadellen mit frischer Blattpetersilie, begleitet von einer Kräuterrahmsoße?
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Zum Nachmittagskaffee brachte Professor Caprese ein Foto und einen Brief mit. Dieser kam aus Osaka.
»Schauen Sie, Signor Grün.« Auf dem Foto sah man einen Mann Mitte dreißig, eine junge Frau und einen kleinen Jungen. Im Hintergrund ein Restaurant mit japanischen Schriftzeichen, die ich allerdings nicht deuten konnte.
»Wer ist das?« Ich war neugierig.
»Ich habe Ihnen doch schon einmal von meinem Onkel Francesco erzählt. Der das Restaurant in Neapel besitzt. Vor ein paar Jahren suchte mein Onkel händeringend einen guten Koch. Eines Tages bewarb sich ein junger Japaner. Mein Onkel ließ ihn vorkochen und stellte fest, dass er gar nichts konnte. Nicht einmal ein normales Rührei brachte er zustande. Mein Onkel, der sonst sehr temperamentvoll sein konnte, blieb ganz ruhig. »Junge, du kannst nicht kochen. Das ist schon mal klar. Warum hast du dich beworben?«
Yoichiro, so hieß er, druckste etwas herum. Dann gab er zu, kein Koch zu sein. Er hatte sich in Antonella, die Tochter von Francesco, verliebt. Sie waren seit drei Monaten ein Paar.
Francesco blieb immer noch ruhig. Er mochte Yoichiro. Also stellte er ihn als Lehrling ein. Schließlich zeigte Yoichiro eine sehr große Begabung fürs Kochen und überraschte immer wieder mit außergewöhnlichen Gerichten. Das Restaurant bekam viele neue Gäste, die begeistert waren.
Yoichiro und Antonella haben geheiratet und das ist ihr Junge – Pipo. Er ist fünf Jahre alt. Im Hintergrund sehen Sie ihr Restaurant in Osaka. Dort wohnen sie sechs Monate im Jahr und anschließend sechs Monate in Neapel.« Der Professor tippte auf das Bild.
Ach, war das herrlich. So eine schöne Geschichte. Mit Happy End. Sie inspirierte mich zu diesem Gericht.
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