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»Was haben Sie eigentlich für Silvester geplant?« Der Professor nippte an seinem Espresso und knibbelte etwas an seinem Kragen. Das tat er immer, wenn er etwas verlegen war.
Ich hatte mir noch keine Gedanken um Silvester gemacht. Kochen wollte ich eigentlich nichts. Nur ein paar Petitessen.
Ich wollte es gerade aussprechen, da zog Caprese ein kleines Büchlein aus seiner Tasche, auf dem in seiner Handschrift schwungvoll »Silvester« stand. Er reichte es mir.
Er hatte besonders schönes Papier ausgewählt und alle Blätter mit einem Faden zusammengebunden. Innen wunderschöne, filigrane Zeichnungen von kleinen Canapés. Ich war überrascht und warf ihm einen bewundernden Blick zu.
Natürlich gab es auch eine Zeichnung von mir, wie ich die Canapés gerade zubereite. Womit das auch geklärt war. Dieser Fuchs.
Für die Canapés des Professors überlegte ich mir ein Kräuter-Nuss-Brot mit Walnüssen, Haselnüssen, Thymian, Fenchel- und Kümmelsamen… und freute mich auf Silvester.
…

Gestern erzählte mir Professor Caprese von einem Bäcker aus Neapel, der Ende des 19 Jahrhunderts Ärger mit den Behörden bekam, weil seine Brötchen kleiner waren als vorgeschrieben. Mehl und überhaupt Backzutaten waren zu dieser Zeit sehr teuer und der Bäcker wusste sich nicht zu helfen. Die Behörden bestanden aber auf größeren Brötchen. Der Umfang war genau vorgegeben. Eigentlich stand der Bäcker kurz vor der Pleite, da hatte seine Tochter eine Idee. Man könne doch Löcher in die Mitte der Brötchen machen, dann stimme der Umfang und es wären auch nicht mehr Zutaten.