Spaghetti Napoli mit einer einfachen, dünnen und krossen Pizza
Auf den Hügeln in Umbrien. Die Schotterstraße dahin ist lang, rumpelig und etwas staubig. Oben ein Landhaus, ein Gästehaus, ein Wirtschaftshaus. Olivenbäume. Weinreben. Pferde, Katzen, Hühner.
Um den Pool herum Lavendel, Feigenbäume, Rosmarin, Thymian. Die Wasseroberfläche glitzert. Es ist sehr still. Man hört die Grillen. Es ist wunderbar sonnig. Trockene Mittagshitze. Ich koche Spaghetti-Napoli. Ich mag die fruchtige Säure der Tomaten – abgerundet mit etwas Wein. Dazu Kräuter, die gerne ihre Aromen hergeben. Und die sehr dünne Pizza mit einer Kelle der Napolisauce und ein paar Kapern. Fein geriebener Hartkäse schwebt wie in Zeitlupe auf das Rot. Die Pizza nicht als Beilage, eher als kulinarischer Aromenfächer, als Saucenträger. Krosse Splitter verstreut über den Holztisch. Ästhetische Verschwendung zum Anschauen. Dazu gibt es Sanbitter mit Tonicwasser. Der Nachtisch ein Espresso und eine Sfogiatelle im Dorf unten im Tal. Mit dem Auto steil hinab. Der Weg zu schmal für zwei Fahrzeuge. Kleines Abenteuer. Das Dorf scheint zu schlafen. Auf der Straße davor ab und zu ein Auto. 35 Grad. Im Schatten. Ich blinzele durch die Spiegelungen. La felicità è fatta di piccole cose. – Das Glück besteht aus kleinen Dingen.
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Der Radicchio gehört zu den Salatsorten, die man immer häufiger in den Gemüseabteilungen sieht. In der Vergangenheit haben ihn viele Menschen wegen der Bitterstoffe gemieden. Aber das hat sich geändert. Ich denke, mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Bitterstoffe sehr gesund sind. Und wer sie nicht mag, kann sie auch durch kurzes Wässern entziehen. Außerdem ist der Radicchio, wie ich finde, nicht nur sehr hübsch sondern hat auch wunderbare Aromen.